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27.02.2007
Quelle:
Aachener Zeitung / Aachener Nachrichten

Wirtschaftsdaten nun auf einem Blick

Im Rahmen einer Magisterarbeit entsteht ein Gewerbeatlas für die Indestadt. Zahlen helfen zunächst nur der Verwaltung.

Eschweiler. Kommunale Wirtschaftsförderung ist keine einfache Aufgabe. Potenzielle Investoren interessiert an einem Standort längst nicht mehr nur der Preis eines Grundstückes oder die Anbindung an Verkehrswege. Die Existenz von Zulieferbetrieben und Dienstleistern in räumlicher Nähe spielt für Investoren ebenfalls eine wichtige Rolle. Dafür wiederum wird qualifiziertes Datenmaterial benötigt. In einem für die Region in dieser Form einzigartigen Projekt beauftragte die Strukturförderungsgesellschaft Eschweiler das Geographische Institut der RWTH Aachen im vergangenen Jahr mit der Erstellung eines Gewerbeatlasses für die Indestadt.

Sechs Monate lang beschäftigte sich der Aachener Student Christoph Keller im Rahmen seiner Magisterarbeit mit der Sammlung und Aufbereitung von Daten. Das Ergebnis stellte er mit Prof. Dr. Martina Fromhold-Eisebith vom Lehrstuhl für Wirtschaftsgeographie der RWTH gestern vor.

Digitale Karten
An welchen Stellen im Stadtgebiet findet man welche Branchen-Schwerpunkte? Wo gibt es passende Zuliefer-Unternehmen und wie sieht die Wettbewerbs-Situation aus? Antworten auf diese Fragen gibt der Gewerbeatlas nicht nur in Form einer Datenbank, sondern auch mit digitalisiertem Kartenmaterial. Geoinformations-Systeme, kurz GIS genannt, fanden bislang vor allem in der Welt der Forst- und Landwirtschaft, bei Energieversorgern oder in der Baubranche praktischen Anwendungsnutzen. Die Arbeit von Christoph Keller liefert nun auch den kommunalen Wirtschaftsplanern ein modernes Steuerungsinstrument. Rund 2000 Unternehmen, darunter produzierende Firmen wie auch moderne Dienstleister und Unternehmensberater, sind darin mit Unternehmensbezeichnung, Kontaktdaten, Handelsregisternummer, Rechtsform, Gründungsjahr sowie Kennziffern zu Beschäftigten- und Umsatzklasse erfasst.

Allerdings sind die Ergebnisse dieser Bestandsanalyse nicht öffentlich zugänglich. Da gebe es, so Dietmar Röhrig, Leiter des Amtes für Wirtschaftsförderung, natürlich die zu beachtenden Datenschutzbestimmungen. Für das qualifizierte Gespräch mit dem Neuinvestor allerdings bietet die Datenbank schnelle Reaktionsmöglichkeiten und erleichtert die Arbeit bei der Kundengewinnung und der Bestandspflege enorm. Interessiert sich beispielsweise ein Investor für eine Gewerbefläche oder ein Ladenlokal mit einer bestimmten Quadtratmetergröße innerhalb des Stadtgebietes, so liefert der GIS-basierte Gewerbeatlas relevante Daten.

Gleichzeitig ist aber auch erkennbar, welche für das Geschäft eventuell notwendigen Dienstleister sich in der Nähe befinden. Bürgermeister Rudi Bertram zeigte sich hochzufrieden: „Mit dem Gewerbeatlas können die Kollegen der Wirtschaftsförderung noch gezielter akquirieren.“ Das sei für Eschweilers Rolle in der Region ein nicht zu unterschätzender Vorsprung (psi).

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